Glossar

In der nachfolgenden Tabelle finden Sie die wichtigsten Fachbegriffe zu den Themen der Einlagensicherung und Anlegerentschädigung.

Andere Finanzdienstleister

 

Nicht-Banken

Anleger

 

Kunde einer Bank oder eines anderen Finanzdienstleisters, von welcher/m er bewilligungspflichtige Wertpapierdienstleistungen und Nebendienstleistungen für Finanzinstrumente bezieht oder laut Vertrag beziehen sollte.

Anlegerforderungen

 

Gelder und Finanzinstrumente, die von einer Bank oder einem anderen Finanzdienstleister in Zusammenhang mit bewilligungspflichtigen Wertpapierdienstleistungen gehalten, verwahrt oder verwaltet werden.

Aufsicht

 

Die laufende Überwachung der Einhaltung der Zulassungsvoraussetzung von Unternehmen, die gewerbsmässig Bank- und andere Finanzdienstleistungen erbringen, sowie die Missbrauchsbekämpfung sind Kernaufgaben einer prudenziellen Finanzmarkt-Aufsichtsbehörde. In Liechtenstein sind Banken und anderen Finanzdienstleister der liechtensteinischen Finanzmarktaufsicht (FMA) unterstellt.

Banken

 

Banken sind Unternehmen der Finanzdienstleistungs-Branche, die gewerbsmässig insbesondere folgende Geschäfte betreiben dürfen:

  • Annahme von Einlagen und anderen rückzahlbaren Geldern (Einlagengeschäft);
  • Ausleihung von fremden Geldern an einen unbestimmten Kreis von Kreditnehmern (Kreditgeschäft);
  • Verwahrung von Finanzinstrumenten (Depotgeschäft);
  • Erbringung von Wertpapierdienstleistungen und Nebendienstleistungen;
  • Handel auf eigene oder fremde Rechnung mit Devisen (Devisengeschäft)

Personen und Unternehmen, die nicht über eine Zulassung als Bank verfügen und dem Bankengesetz unterstehen, dürfen keine Einlagen und andere rückzahlbare Gelder gewerbsmässig entgegennehmen.

Bankengesetz (BankG)

 

Jede in Liechtenstein tätige Bank und Wertpapierfirma benötigt eine Zulassung durch die FMA und muss die Bestimmungen des liechtensteinischen Bankengesetzes erfüllen. Einige Bestimmungen in diesem Gesetz und der dazugehörenden Verordnung definieren das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungs-System.

Call- und Festgeld

 

Formen von Termineinlagen.

Deckungssumme

 

Maximale Höhe, bis zu der berechtigte Einleger bzw. Anleger entschädigt werden können.

EFDI

 

European Forum of Deposit Insurers - Europäische Vereinigung der Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungs-Einrichtungen mit Sitz in Brüssel (Belgien); www.efdi.eu. EFDI deckt den gesamten Raum des Europarats ab und wird von der EU-Kommission als Expertenvereinigung regelmässig konsultiert.

Die EAS ist seit 2010 Mitglied der EFDI.

Einlagen

 

Als Einlage gilt jeder Geldbetrag, der einer Bank von einem Kunden in der Regel gegen Zinsvergütung anvertraut wird. Soll das Vermögen mehrheitlich angelegt werden, kommen dabei in der Regel Spar- oder Termineinlagen in Frage. Sollen die Gelder für den täglichen Gebrauch wie beispielsweise für Zahlungen kurzfristig zur Verfügung stehen, wird das Vermögen in Form von Sichteinlagen gehalten.

Einleger

 

Kunde einer Bank, welcher eine oder mehrere Einlagen besitzt.

Entschädigungsfall

 

Ein Entschädigungsfall tritt dann ein, wenn Einlagen oder Anlegerforderungen, die gemäss den geltenden gesetzlichen und vertraglichen Bedingungen zwar fällig und zu zahlen sind, jedoch von den Banken und anderen Finanzdienstleister nicht gezahlt wurden, wobei einer der folgenden Fälle vorliegt

  1. die zuständigen Behörden haben festgestellt, dass die Bank oder ein anderer Finanzdienstleister aus Gründen, die mit ihrer/seiner Finanzlage unmittelbar zusammenhängen, vorerst nicht in der Lage ist, die Einlage/ Anlegerforderungen zurückzuzahlen, und gegenwärtig keine Aussicht auf eine spätere Rückzahlung besteht;

  2. ein Gericht hat aus Gründen, die mit der Finanzlage der Bank oder eines anderen Finanzdienstleisters unmittelbar zusammenhängen, eine Entscheidung getroffen, die ein Ruhen der Forderungen der Einleger bzw. Anleger gegen die Bank oder den anderen Finanzdienstleister bewirkt.

EU-Richtlinien

 

EU-Richtlinien sind Rechtsakte der Europäischen Union (EU) und als solche Teil des sekundären Unionsrechts. Richtlinien, die Gesetzgebungsakte sind, werden in der Regel auf Vorschlag der Europäischen Kommission, vom Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament nach dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren gemeinsam erlassen.

Es bleibt den einzelnen EU- bzw. EWR-Mitgliedstaaten überlassen, wie sie die Richtlinien umsetzen. Sie haben also bei der Umsetzung der Richtlinie einen gewissen Spielraum. Wenn die Richtlinie allerdings die Einführung konkreter Berechtigungen oder Verpflichtungen verlangt, muss das nationalstaatliche Recht, das ihrer Umsetzung dient, entsprechend konkrete Berechtigungen oder Verpflichtungen begründen.

Finanzinstrumente

 

Zu den Finanzinstrumenten zählen folgende:

  • Übertragbare Wertpapiere aller Gattungen, die auf dem Kapitalmarkt gehandelt werden wie

    • Aktien und aktienähnliche Gesellschaftsanteile sowie Zertifikate;
    • Schuldverschr., Anleihen und andere verbriefte Schuldtitel;
    • Alle sonstigen Wertpapiere, die zum Kauf/Verkauf von Wertpapieren berechtigen oder zu einer Bezahlung führen (Bezugsrechte);
  • Geldmarktinstrumente wie Schatzanweisungen und Commercial Papers;
  • Anteile an Publikumsfonds, an Investmentunternehmen für andere Werte und Immobilien sowie alternativen Investmentfonds;
  • Derivate wie Optionen, Futures, Swaps, ausserbörsliche Termingeschäfte und alle anderen Derivatkontrakte;
  • Weitere Wertpapiere nach Anhang 2 Abschnitt C BankG.

FMA

 

Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) sorgt gemäss ihrem gesetzlichen Auftrag für die Gewährleistung der Stabilität des Finanzmarktes Liechtenstein, den Schutz der Kunden, die Vermeidung von Missbräuchen sowie die Umsetzung und Einhaltung anerkannter internationaler Standards.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.fma-li.li.

Gemeinschaftskonto

 

Ein Gemeinschaftskonto ist ein Bankkonto mit mindestens zwei Inhabern. Oft sind sie Geschäfts- oder Ehepartner. Je nach Vertrag können die Inhaber jeweils einzeln (Oder-Konto) oder aber nur gemeinsam (Kollektivkonto, Und-Konto) über die hinterlegten Werte verfügen.

IADI

 

International Association of Deposit Insurers - Internationale Vereinigung der Einlagensicherungs-Einrichtungen. Sie erarbeitet und vertritt die international anerkannten Standards im Bereich der Einlagensicherung. Das Generalsekretariat hat seinen Sitz in Basel (Schweiz); www.iadi.org.

Die EAS ist seit 2010 Mitglied der IADI.

Konkurs

 

Der Konkurs tritt dann ein, wenn eine Unternehmung trotz Sanierung oder bei mangelnder Aussicht auf eine Sanierung zahlungsunfähig ist.

Kann eine zahlungsunfähige Unternehmung nicht saniert werden, wird ein Konkursverfahren eröffnet. Für die Eröffnung und Abwicklung des Verfahrens ist das Landgericht zuständig.

Liechtensteinischer Bankenverband (LBV)

 

Der Liechtensteinische Bankenverband (LBV) wurde 1969 von den damals bestehenden drei liechtensteinischen Banken ins Leben gerufen. Seit seiner Gründung vertritt der Verband die Interessen der ihm angeschlossenen Banken gegenüber der Regierung, den Behörden, der Öffentlichkeit sowie nationalen und internationalen Organisationen und Verbänden und koordiniert die gemeinsamen Aktivitäten der Mitgliedsbanken.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.bankenverband.li

Manager alternativer Investmentfonds (AIFM)

 

Manager alternativer Investmentfonds (AIFMs) sind Unternehmen der Finanzdienstleistungs-Branche, die gewerbsmässig alternative Investmentfonds (AIFs) verwalten und vertreiben. Unter Vorbehalt einer separaten Zulassung können sie zusätzlich die individuelle Portfolioverwaltung mit Ermessensspielraum erbringen. Weitere zulässige Dienstleistungen eines AIFMs sind in Art. 29 des Gesetzes über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFMG) aufgeführt.

AIFMs dürfen zu keinem Zeitpunkt Vermögenswerte ihrer Kunden entgegennehmen oder halten.

Privilegierung

 

Bevorzugte Behandlung gewisser Einlagen im Zusammenhang mit dem Bankenkonkurs (Gläubigerschutz).

Stiftung

 

Eine Stiftung ist ein rechtlich und wirtschaftlich verselbständigtes Zweckvermögen, welches als Verbandsperson (juristische Person) durch die einseitige Willenserklärung des Stifters errichtet wird und mit eigener Rechtspersönlichkeit ausgestattet ist.

Treuhand- und Anderkonten

 

Ein Treuhandkonto ist grundsätzlich ein in eigenem Namen, aber für fremde Rechnung unterhaltenes Konto. Ein Anderkonto ist eine spezielle Form des Treuhandkontos. Der Inhaber des Anderkontos verwaltet dieses für den Dritten treuhänderisch.

Vermögensstrukturen

 

Innerhalb einer Rechtsperson verselbständigte Vermögenswerte aller Art mit oder ohne eigene Rechtspersönlichkeit.

Darunter sind insbesondere Stiftungen oder andere stiftungsähnliche Gesellschaftsformen (z. B. die liechtensteinische Anstalt) und Trusts zu verstehen.

Vermögensverwaltungs-gesellschaft (VVG)

 

VVGs sind Unternehmen der Finanzdienstleistungs-Branche, die gewerbsmässig Vermögensverwaltung für Dritte erbringen oder vermitteln. Dazu gehören insbesondere die individuelle Portfolioverwaltung mit Ermessensspielraum und die Anlageberatung. Weitere zulässige Dienstleistungen einer VVG sind in Art. 3 des Gesetzes über die Vermögensverwaltung (VVG) aufgeführt.

VVGs dürfen zu keinem Zeitpunkt Vermögenswerte oder Gelder ihrer Kunden entgegennehmen oder halten.

Verwaltungsgesellschaft (Verw.ges.)

 

Verwaltungsgesellschaften sind Unternehmen der Finanzdienstleistungs-Branche, die gewerbsmässig Publikumsfonds (UCITS) verwalten und vertreiben. Unter Vorbehalt einer separaten Zulassung können sie zusätzlich die individuelle Portfolioverwaltung mit Ermessensspielraum erbringen. Weitere zulässige Dienstleistungen einer Verwaltungsgesellschaft sind in Art. 14 des Gesetzes über bestimmte Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere (UCITSG) aufgeführt.

Verwaltungsgesellschaften dürfen zu keinem Zeitpunkt Vermögenswerte oder Gelder ihrer Kunden entgegennehmen oder halten.

Wertpapier-Dienstleistungen

 

Zu den Wertpapierdienstleistungen gehören Tätigkeiten in Zusammenhang mit einem oder mehreren Finanzinstrumenten:

  • Annahme und Übermittlung von Aufträgen;
  • Ausführung von Aufträgen;
  • Individuelle Portfolioverwaltung (mit einem Ermessensspielraum im Rahmen eines Kundenmandats);
  • Anlageberatung;
  • Handel auf eigene Rechnung;
  • Übernahme von Emissionen und Platzierungen;
  • Betrieb eines multilateralen Handelssystems
Zu den Nebendienstleistungen gehören:
  • Verwahrung und Verwaltung;
  • Wertpapier- und Finanzanalyse;
  • Gewährung von Krediten/Darlehen an Anleger;
  • Beratungs-Dienstleistungen in Zusammenhang mit Unternehmens-Strukturierungen;
  • Weitere

Wertpapiere

 

Finanzinstrumente

Wertpapierfirmen

 

Wertpapierfirmen sind Unternehmen der Finanzdienstleistungs-Branche, die gewerbsmässig Wertpapierdienstleistungen und Nebendienstleistungen erbringen.

Wertpapierfirmen dürfen KEINE Einlagen entgegennehmen. Sie können Gelder entgegennehmen, wenn diese in Zusammenhang mit Wertpapierdienstleistungen und Nebendienstleistungen eingesetzt werden sollen. Von Wertpapierfirmen gehaltene, verwahrte und verwaltete Gelder und Finanzinstrumente sind NICHT durch die Einlagensicherung gedeckt.