Häufig gestellte Fragen für Kunden anderer Finanzdienstleister

Wer ist berechtigt, eine Entschädigung von der EAS zu erhalten?

Grundsätzlich sämtliche natürliche und juristische Personen, die als Kunden Einlagen und Anlegerforderungen bei zugelassenen Banken und anderen Finanzdienstleistern, welche bei Eintritt eines Entschädigungsfalles aktive EAS-Teilnehmer sind, haben. Jedoch sind nur jene Kunden berechtigt, die im Rahmen der von der EAS beschriebenen Bestimmungen (Statuten, Teilnahmevertrag inkl. Allgemeine Vertragsbedingungen) für eine Entschädigung in Frage kommen.

Welche Unternehmen können Teilnehmer bei der EAS werden?

Die EAS kann folgende Unternehmen des Finanzdienstleistungssektors mit Bewilligung für eine Geschäftstätigkeit in Liechtenstein durch Abschluss eines Teilnahmevertrages in das Sicherungssystem aufnehmen:

  • Banken
  • Wertpapierfirmen
  • Vermögensverwaltungsgesellschaften
  • Verwaltungsgesellschaften für Publikumsfonds mit Zusatzbewilligung für die individuelle Portfolioverwaltung mit Ermessenspielraum
  • Manager alternativer Investmentfonds mit Zusatzbewilligung für die individuelle Portfolioverwaltung mit Ermessenspielraum
Ab wann ist ein anderer Finanzdienstleister ein EAS-Teilnehmer?

Zur Teilnahme an der EAS bedarf es den Abschluss eines Teilnahmevertrages. Erst nach dessen Unterzeichnung und frühestens nach Bewilligungserteilung durch die FMA kann die EAS den Anschluss definitiv bestätigen.
In der folgenden Tabelle sind sämtliche aktiven EAS-Teilnehmer übersichtlich dargestellt.

Wann kommt die Einlagensicherung und Anlegerentschädigung zum Tragen?

Wenn die Liechtensteinische Finanzmarktaufsicht FMA oder ein liechtensteinisches Gericht zum Schluss kommt, dass eine Bank oder ein anderer Finanzdienstleister die Geschäfte nicht mehr fortführen kann (zahlungsunfähig), ein Konkursverfahren eröffnet oder vom Gericht mangels Masse abgewiesen wird. Ein sogenannter Entschädigungsfall wird festgestellt (Art. 18 Abs. 2 bis 4 BankV). In diesem Moment wird das System aktiviert.

Damit die EAS tätig werden kann, muss zwingend ein Entscheid der FMA oder des Gerichts vorliegen.

Welche Instrumente sind für die Anlegerentschädigung berechtigt?

Folgende Depotwerte sind im Rahmen der EAS-Bestimmungen für eine Entschädigung berechtigt (nicht abschliessend):

  • Übertragbare Wertpapiere aller Gattungen, die auf dem Kapitalmarkt gehandelt werden;
  • Fondsanteile;
  • Geldmarktinstrumente und
  • Derivate oben genannter Wertpapiere.
Sind Vermögenswerte in einem Wertschriftendepot bei Konkurs einer Wertpapierfirma ebenfalls privilegiert?

In einem Depot verwahrte Wertpapiere bedürfen keiner konkursrechtlichen Privilegierung im eigentlichen Sinne, da sie im Eigentum des Kunden verbleiben und nicht in die Konkursmasse fallen (separate Aussonderung in einem Konkurs). In diesem Fall kann der Kunde seine Wertpapiere von der Bank bzw. der Wertpapierfirma anfordern oder auf ein anderes Institut übertragen lassen.
Andere zugelassene EAS-Teilnehmer dürfen aufgrund ihrer Zulassung keine Wertpapiere entgegennehmen.

Welche Währungen werden von der Sicherungseinrichtung gedeckt?

Die EAS deckt Einlagen und Anlegerforderungen, unabhängig davon, in welcher Währung sie unterhalten werden. Die Gesamtforderung wird für die Auszahlung jedoch in Schweizer Franken umgerechnet. Die Umrechnung erfolt per Eintritt des Entschädigungsfalles.

Welche Deckung erfahren Stiftungen und ähnliche Vermögensstrukturen?

Stiftungen und stiftungsähnliche Vermögensstrukturen mit selbstständiger Rechtspersönlichkeit wird dieselbe Deckung gewährt wie einer einzelnen Privatperson, unabhängig der Anzahl wirtschaftlich berechtigten Personen. Vermögensstrukturen in der Form von Trusts werden wie Stiftungen behandelt.

Was gilt bei einem Gemeinschaftskonto bzw. gemeinsamen Anlagen?

Die EAS gewährt Deckung von Einlagen bzw. Anlegerforderungen bis zur jeweils geltenden Deckungssumme für jeden berechtigten Kunden einzeln. Bei Gemeinschaftskonten bzw. gemeinsamen Anlagen ist für die Ermittlung des Entschädigungsanspruches der jeweilige Anteil der Einzelperson massgeblich. Fehlen besondere Bestimmungen, so werden die berechtigten Einlagen und Anlegerforderungen zu gleichen Anteilen den Einzelpersonen zugerechnet. Es macht also beispielsweise keinen Unterschied, ob ein Ehepaar ein Gemeinschaftskonto oder zwei Einzelkonten bei einer Bank führt.

Können Kundenforderungen mit Schulden verrechnet werden?

Ja, zur Berechnung des Entschädigungsbetrages kommen die geltenden gesetzlichen und vertraglichen Bestimmungen für die Aufrechnungen und Gegenforderungen zur Anwendung.

Wie erlangen die Kunden Kenntnis von einem Entschädigungsfall?

Der Eintritt eines Entschädigungsfalles eines EAS-Teilnehmers wird unverzüglich nach Kenntniserhalt unter www.eas-liechtenstein.li sowie anderen durch den Stiftungsrat bezeichneten Medien öffentlich zur Kenntnis gebracht.

Wie erhalte ich meine gesetzlich vorgesehene Entschädigung?

Nach erfolgter Prüfung und Genehmigung des Entschädigungsantrages wird die gedeckte Entschädigungssumme binnen drei Monaten ab Anerkennung der Anlegerforderung mittels elektronischer Zahlungsübermittlung in Schweizer Franken durch die EAS auf ein durch den Kunden anzugebendes Konto ausbezahlt.

Voraussetzung ist, dass der Anleger rechtzeitig eine Kontoverbindung für die Überweisung angegeben hat. Die EAS wird dafür ein entsprechendes Formular zur Verfügung zu stellen.

Gibt es eine Frist zur Antragstellung?

Damit die EAS innerhalb der gesetzlichen Frist eine Entschädigungszahlung durchführen kann, sind Entschädigungsansprüche von Anlegern binnen eines Monats ab Eintritt des Entschädigungsfalles vollständig und korrekt anzumelden. Die EAS wird ein entsprechendes Anmeldeformular und weitere Informationen unter www.eas-liechtenstein.li zur Verfügung stellen.

Die Anmeldung eines Entschädigungsanspruches von Anlegern muss binnen fünf Monaten ab dem Zeitpunkt, zu dem der Entschädigungsfall eingetreten ist, beim Segment einlangen. Andernfalls ist ein Anspruch auf Entschädigung ausgeschlossen.

Woher kommt das Geld für die Auszahlung der gedeckten Einlagen bzw. Anlegerforderungen?

Das Entschädigungsvolumen wird von den EAS-Teilnehmern gemeinsam nach den EAS-Vorgaben in den für sie vorgesehenen Segmenten bereitgestellt.

Wie finanzieren sich die Segmente der Sicherungseinrichtung?

Die einzelnen Segmente werden durch regelmässige Beitragszahlungen der teilnehmenden Finanzdienstleister gespeist, bis die Zielsumme erreicht ist.

Wie hoch ist die Zielsumme pro Segment bei den anderen Finanzdienstleistern?

Die Zielsumme zum Aufbau des Segmentvermögens beträgt 0.3 % der Summe der gedeckten Anlegerforderungen sämtlicher Segmentteilnehmer. Die Zielsumme ist gemeinsam durch die Segmentteilnehmer innerhalb von 10 Jahren durch Beiträge zu finanzieren.

Wie werden Einleger und Anleger unterschieden?

Einleger sind Kunden von Banken, bei welchen sie Guthaben halten, die sich aus auf einem Konto verbliebenen Beträgen oder aus Zwischenpositionen im Rahmen von normalen Bankgeschäften ergeben und durch Ausstellung einer Urkunde verbriefte Forderungen.
Anleger sind Kunden von Banken und anderen Finanzdienstleistern, bei welchen sie Guthaben halten, die sich aus auf einem Konto verbliebenen Beträgen oder aus Zwischenpositionen im Rahmen von Wertpapiergeschäften ergeben und durch Ausstellung einer Urkunde verbriefte Forderungen.

Was sind die Pflichten der Segmentteilnehmer?

Gemäss den jeweiligen Musterteilnahmeverträgen haben die Segmentteilnehmer grundsätzlich folgende Pflichten:

  • Leisten von Gebühren und Beiträgen
  • Meldung von Anzahl und Summe der gedeckten Einlagen und Anlegerforderungen (inkl. externem Bestätigungsvermerk)
  • Bestätigung ausreichender Liquidität teilnehmender Banken
  • Unentgeltliche Unterstützung der EAS zur Abwicklung eines Entschädigungsfalles
Sind andere Finanzdienstleister gesetzlich verpflichtet, sich einer Sicherungseinrichtung anzuschliessen?

Folgende Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche sind gesetzlich dazu verpflichtet, sich einer Sicherungseinrichtung anzuschliessen:

  • Banken
  • Wertpapierfirmen
  • Vermögensverwaltungsgesellschaften
  • Verwaltungsgesellschaften von Publikumsfonds mit Zusatzbewilligung zur individuellen Portfolioverwaltung
  • Manager alternativer Investmentfonds mit Zusatzbewilligung zur individuellen Portfolioverwaltung
Können unbewilligte Institute ebenfalls Teilnehmer werden?

Nein. Institute, welche von der FMA nicht zugelassen sind, können nicht Teilnehmer der EAS werden. Die EAS gewährt Kunden von unbewilligten Instituten deshalb grundsätzlich keine Deckung.

Nur von der FMA bewilligte Banken und andere Finanzdienstleister dürfen Einlagen entgegennehmen bzw. Wertpapierdienstleistungen und Nebendienstleistungen anbieten.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.fma-li.li.

Wer beaufsichtigt die EAS?

Die EAS untersteht nach Art. 18f Abs. 6 BankV der Aufsicht der FMA. Deren Statuten und Reglemente werden von der FMA geprüft und genehmigt. Zudem hat die EAS jährlich der FMA ausführlich Bericht zu erstatten.